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Vulvakrebs verhindern

Mit der HPV-Impfung kann auch der Entstehung von Vulvakrebs bei Frauen vorgebeugt werden.

Humane Papillomviren (HPV) lösen nachweislich nicht nur Gebärmutterhalskrebs, das sogenannte Zervixkarzinom, aus. Auch bösartige Tumoren der Vulva, also des Schamhügels bei Frauen, gehen oft auf chronische Infektionen mit den Viren zurück. Die Impfung gegen krebserregende HPV-Typen schützt damit auch vor Vulvakrebs, so ein Bericht in der Fachzeitschrift Gynäkologie & Geburtshilfe.

Drei bis vier von zehn bösartigen Vulvatumoren stehen mit einer HPV-Infektion in Verbindung. Wenn eine Infektion mit HPV nicht ausheilt, können die Viren zwei krebserregende Gene, die Onkogene E6 und E7, im infizierten Gewebe bilden. Diese bewirken schließlich die Umwandlung gesunder Körperzellen in bösartige. Die Infektion mit HPV steht mit der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs in Verbindung, aber ebenso mit der Entstehung von Vulva- und Vaginalkrebs bei Frauen, Peniskrebs bei Männern sowie Analkrebs und einigen Krebsarten im Mund- und Rachenraum bei beiden Geschlechtern.

Derzeit erkranken in Deutschland etwa 3.500 Frauen pro Jahr an Vulvakrebs, die Zahl nimmt stetig zu. Zwar erkranken grundsätzlich mehr ältere Frauen an Vulvakrebs, doch steigt die Häufigkeit unter jüngeren Frauen seit geraumer Zeit an. Gerade bei jüngeren Frauen gehen diese Tumoren in der Regel auf eine HPV-Infektion zurück.

Studien erbrachten, dass sich die Entwicklung HPV-bedingter Läsionen in der Vulva, die dann zu Krebs führen, durch die Impfung gegen HPV mit 97%iger Wirksamkeit verhindern lässt. Auf bereits bestehende HPV-Infektionen hat die Impfung keinen Einfluss, sie kann nur die Ansteckung verhindern. Empfohlen wird die Impfung hierzulande von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Mädchen im Alter von neun bis 14 Jahren, möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr. Doch auch später gilt sie noch als wirksam, ebenso wird sie mittlerweile für Jungen empfohlen.

Quelle:
Hampel M & Dannecker C et al. Primäre und sekundäre Präventionsmaßnahmen. Prophylaxe des Vulva- und des Vaginalkarzinoms. gynäkologie + geburtshilfe 2021, 26(5):34-41

 

Zitiert nach einer Meldung des Onko-Internet Portals vom 18.10.2021